Unsere
Gilfenklamm ist weit über das
Wipptal hinaus bekannt, als eine der schönsten Felsschluchten der Alpen und als Naturwunder gerühmt. Die Klamm selbst fasziniert mit ihren überhängenden Marmorwänden, mit vielen kleinen in den Fels geschliffenen Wannen und Kaskaden und mit der vor allem akustisch ungemein beeindruckenden Urgewalt des Wassers. Die erst 1990 erneuerte Weganlage gewährleistet eine problemlose und doch abenteuerliche Begehung (Aufstieg: 1 Stunde)
Vom
Hotel aus wandern Sie nach links, vorbei am „Gasthaus zur Gilfenklamm“ und biegen dann nach links ab (Entrichtung einer Gebühr am Mauthäuschen). Bald schreiten Sie in ein lichtes Wäldchen und an einer ungemein stämmigen Fichte vorbei. Hier kommt Ihnen auch schon der Ratschinger Bach entgegen, der jedoch sonderbar leise dahinmurmelt; ihm hat es anscheinend nach dem Abenteuer in der Schlucht die Stimme verschlagen. Kräftige Fichten und Erlen säumen das Ufer und greifen mit ihren Wurzel in das ruhig dahinplätschernde, glasklare Wasser. Schon tauchen Sie in hochstämmigen Wald ein. Rechts drüben erregt bald eine verfallene, altertümliche Mühle die Neugierde. Ein schmaler Steig ermöglicht den Zugang und den Blick ins geheimnisvolle Innere.
Nach diesem Abstecher machen Sie sich wieder zielstrebig auf den Weg, der jetzt allmählich ansteigt. Die Schlucht wird enger, an den steilen Felshängen klammern sich Gebüsch und Bäume fest, in der Tiefe rauscht der forellenreiche Bach. Noch haben Sie ein gutes Stück erfrischender Waldwanderung vor sich. Der Weg führt weiter abwärts zum brausenden Wasser, denn ein stark brüchiger Fels zwingt, kurz auf die linke Bachseite zu wechseln. Dann erklimmen Sie in Serpentinen eine Anhöhe, von der aus eine Brücke den eigentlichen Eintritt in die Klamm vermittelt. Es sind nur noch einige Stiegen zu überwinden, und nach einem Flachstück biegen Sie um einen gewaltigen Felsrücken herum. Da tut sich auch schon ein Szenarium auf, das selbst den nüchternen Zeitgenossen in helle Erregung versetzt. Wie angewurzelt bleibt man auf der Aussichtsbrücke stehen, die in schwindelnder Höhe den Abgrund überquert. Der Blick fällt in eine unheimlich, sehr tiefe und nur wenige Meter breite, von überhängenden Felsen bedrohlich wirkende Schlucht, in der ein 15 Meter hoher Wasserfall sprüht und donnert. Es dröhnt und tobt, prasselt und zischt, dass man das eigene Wort kaum hört. Aus der Tiefe, wo sich die Schlucht zu großen ausgewaschenen Kesseln und Becken weitet, stäubt das Wasser empor. Feucht-kühle Luft durchzieht das felsenreich. Nach dem düsteren Stollen betreten Sie eine Brücke, die direkt über dem Wasserfall die Schlucht überspannt. Mit großer Wucht stürzen die Wassermassen hinunter und geben dabei dem blanken Marmor einen glänzenden Schliff. Unten schießt das Wasser, eine querstehende Felsrippe durchbohrend aus einem engen Felsloch heraus. Naturgewalt und Schönheit verbinden sich hier in faszinierender Weise. Beeindruckend verlassen Sie wieder diesen Schauplatz und stellt fest, dass die Gegend nun mit einem Schlage zahm geworden ist. Moose und Sträucher wagen sich weit herunter zum Bach. Nach kurzer Strecke führt der Weg jedoch noch einmal durch eine schmale, hoch aufragende und sich oben fast schließende Felskluft hindurch. Von einem Brückenschlag zum anderen und über einige steile Treppen erreicht man schließlich – befriedigt von den vielen schönen Eindrücken – den Ausgang der Klamm.
Von Jaufensteg aus kann man entweder wieder die Klamm absteigen, oder in Form einer Rundwanderung über die Ruine Reifenegg – zunächst auf asphaltierten Sträßchen an einigen Bauernhöfen vorbei – auf teils sehr abschüssigem Waldsteig nach Stange zurückkehren. Außerdem können Sie von Pardaun aus auf Weg Nummer 13 nach Stange wandern. Eine sehr lohnende und unbeschwerliche Wanderung ist die über Pardaun und den „Leitenweg“ nach Mareit. Von dort können Sie dann entlang des Baches bis nach Stange zurückspazieren.