Im Talschluss von
Ridnaun öffnet sich ein verborgenes Naturschauspiel: über einen Panoramaweg erreichen Wanderer erstmals wieder die tosenden Wasserfälle der Burkhardklamm. Ruhig und geheimnisvoll zieht sich das
Ridnauntal durch ausgedehnte Wiesen und unberührte Wälder bis nach Maiern, eine Ortschaft, die Bergwerksgeschichte geschrieben hat. In Maiern liegt das höchstgelegene Bergwerk Europas, in welchem bis 1980 Erz abgebaut wurde und auch heute noch besichtigt werden kann. Das unscheinbare Dörfchen verbirgt noch ein weiteres Juwel: zwei imposante Wasserfälle der
Burkhardklamm – ein gewaltiges Naturschauspiel. Ende des 19. Jahrhunderts errichtete man zu den beiden Wasserfällen einen sicheren Steig, der auch als Trägerweg für die umliegenden Schutzhütten genutzt wurde. Der Steig wurde weitergeführt und auch von den Pionieren des alpinen Tourismus des deutschen und österreichischen Alpenvereins begangen. Nach dem Ersten Weltkrieg verfielen allerdings die Wege und Brücken der Burkhardklamm und gerieten allmählich in Vergessenheit. Seit kurzem führt ein neuer naturkundlicher Panoramaweg in ca. 45 Minuten Gehzeit zur eindrucksvollen Klamm.
Ausgehend vom Bergbaumuseum in Maiern führt ein markierter Wandersteig (Nr. 9) durch schattige Nadelwälder und einen sprudelnden Gletscherbach, dem Fernerbach, entlang. Auf dem Panoramaweg erlebt der Wanderer Schritt für Schritt die romantische Stille des Waldes inmitten der beeindruckenden Bergwelt der Stubaier Alpen. Immer wieder dringen Sonnenstrahlen durch die dichten Baumkronen und verzaubern die Landschaft mit lustigen Lichtspielen. Der erfrischende, ein Meter breite Wanderpfad schlängelt sich durch Wiesen und Wälder, vorbei an sanft eingebetteten Moosflächen und weiter zum E-Werk Seebach auf etwa 1610 Metern Höhe. Einige Wanderschritte weiter öffnet sich ein paradiesisches Schauspiel. Naturgewalt und Schönheit verbinden sich hier in faszinierender Weise. Der wilde Gletscherbach stürzt sich über einen steilen Felshang, der von Bäumen und Büschen umgeben ist. Stundenlang möchte man am rauschenden Wasserfall verweilen und der tosenden Melodie lauschen. Holzbrücken führen zu panoramareichen Aussichtsplattformen mit atemberaubenden Ausblicken auf die bizarre
Ridnauner Bergwelt und in das geheimnisvolle Innere der gewaltigen Schlucht. Der Blick zum kleinen Wasserfall ist nicht weniger eindrucksvoll: fast scheint es, als stürzen einem die imposanten Wassermassen entgegen; hautnah erlebt der Wanderer die faszinierende Berührung mit der Naturgewalt.
Wer noch weiterwandern möchte, kann die Panoramatour alpin fortsetzen: auf dem Weg Nr. 9 gelangen Bergfexe auf die bekannten Almen und Schutzhütten mit fantastischem Fernblick auf die Gletscherwelt der Stubaier, Zillertaler und Ötztaler Alpen.